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Kopfschmerzen – ganzheitlich geheilt ©

Ein Fallbeispiel zur Serie „Kopfschmerzen und Migräne“

Richard S. (Name vom Autor geändert) hatte als Kind schon Kopfschmerzen – nicht immer, aber weit häufiger als seine Schulkameraden. Ob Vererbung oder erlernte Verhaltensweisen die größere Rolle dabei spielen, sei dahingestellt. Seine Mutter war jedenfalls auch eine Kopfschmerzpatientin und längere Zeit sogar von einem koffeinhaltigen, frei verkäuflichen Kopfschmerzmittel abhängig gewesen. Auch Richard bekam schon als Grundschulkind gelegentlich diese Tablette, ohne die die Kopfschmerzen nicht weggingen. Von der psychischen Struktur her fielen in dieser Zeit bereits sein Ehrgeiz, seine Leistungsbereitschaft und sein Streben nach Anerkennung auf. Aufgrund seiner schlechten Zähne (hoher Konsum von Süßigkeiten) mussten bereits bei den Milchzähnen Amalgamplomben gelegt werden. Bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr wurden beinahe jährlich einige Plomben erneuert, so dass von einer hohen Quecksilberbelastung ausgegangen werden muss. 

Mit Beginn des Studiums erhöhte sich die Frequenz der Kopfschmerzanfälle, wozu möglicherweise die erhöhten Leistungsanforderungen, aber auch das unregelmäßige Schlaf-Wach-Verhalten und ein erhöhter Alkoholkonsum beigetragen haben mögen. Relativ geringe Mengen Alkohols, die seine Kommilitonen problemlos vertrugen, konnten am nächsten Tag bereits zu einem „Schädel“ führen. Hierbei spielte allerdings auch die Qualität des Alkohols eine nicht zu unterschätzende Rolle. Während billiger Wein bereits nach ein oder zwei Gläsern zu Kopfschmerzen am nächsten Morgen führten, konnten mitunter mehrere Gläser eines biologisch angebauten Weines gut toleriert werden. In dieser Zeit fiel Herrn S. auch die Verstärkung der Kopfschmerzen durch die Kombination Alkohol und Sport auf. Wenn er sich körperlich erschöpfend belastet hatte (z.B. ein Waldlauf nahe der Leistungsgrenze oder ein Fußballspiel, bei dem kein Ball verloren gegeben wurde), dann durfte er zwar ein Glas Bier trinken. Bereits bei zwei Gläsern konnte er sich aber sicher sein, in der Nacht mit heftigen, klopfenden Schläfenkopfschmerzen aufzuwachen. Diese waren dann nicht selten einseitig, mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit verbunden, so dass hier von einer echten Migräne ausgegangen werden kann. Die Übergänge zwischen einfachen Spannungskopfschmerzen und einer richtigen Migräne waren aber fließend. Wenn er sich nur sportlich stark belastete und anschließend keinen Alkohol trank, kam es nicht zu Kopfschmerzen. Zwei Gläser Bier allein ohne Sport führten auch fast nie zu Kopfschmerzen. 

Nicht nur starke Belastungen förderten die Auftrittswahrscheinlichkeit der Kopfschmerzen, sondern umgekehrt konnte auch eine starke Entspannung zu den Kopfschmerzen beitragen. Schlief Herr S. am Wochenende einmal besonders lange, dann konnte er allein dadurch mit Kopfschmerzen erwachen. Trank er mittags zum Essen ein Glas Wein und gab sich dann einem entspannenden Mittagsschläfchen hin, so konnte er den Rest des Tages wegen unerträglicher Kopfschmerzen meist vergessen. 

Die Kopfschmerzneigung nahm im Laufe der Jahre immer mehr zu. Es verging keine Woche, in der er nicht mindestens einmal, häufig aber auch zwei- oder dreimal, so starke Kopfschmerzen hatte, dass er eine Schmerztablette einnehmen musste. 500 mg ASS (Acetylsalicylsäure, z.B. Aspirin®) halfen meistens zuverlässig – wenn er nicht zu lange mit der Einnahme gewartet hatte. Dann konnte sich der Kopfschmerzanfall mitunter zu einer richtigen Migräne ausweiten, die dann den ganzen Tag anhielt und nur noch auf ein Mutterkornalkaloid ansprach – die heute modernen Triptane waren damals noch nicht im Handel. 

Als die Lebensqualität immer mehr beeinträchtigt wurde und der Leidensdruck stark genug geworden war, beschloss Herr S. etwas dagegen zu unternehmen. Er hatte davon gehört, dass Quecksilberbelastungen bei Kopfschmerzen eine Rolle spielen könnten und entschloss sich zu einer kompletten Sanierung seines Gebisses, wobei mehr als zehn Amalgamplomben entfernt und durch Gold ersetzt wurden.

Aus naturheilkundlicher Sicht hätte man sich im Nachhinein gewünscht, dass vorher ein DMPS-Test durchgeführt worden wäre, um die Quecksilberbelastung des Körpers zu ermitteln. Dabei wird ein Mittel gespritzt, welches Schwermetalle wie Quecksilber bindet und rasch über die Niere entgiftet. Findet man im anschließend gesammelten Einstundenurin viel Quecksilber, dann muss auch viel Quecksilber im Körper sein. Ein solcher Test kostet weniger als einhundert Euro und liefert zuverlässige Hinweise auf die tatsächliche materielle Belastung des Organismus.

Teste wie Kinesiologie oder EAV messen im so genannten energetischen Bereich und liefern eben Hinweise auf feinstoffliche Belastungen, die dann ggf. mit passenden homöopathischen Mitteln auszuleiten sind. Die grobstoffliche Belastung kann damit aber nicht ermittelt werden, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Eine Vergleichsuntersuchung mit DMPS und EAV ergab keinerlei statistischen Zusammenhang zwischen den Belastungen im DMPS-Test und dem EAV-Messergebnis. Das heißt nicht, dass die energetischen Testergebnisse völlig unbrauchbar sind, sie messen eben nur etwas anderes und werden leider häufig fehl- und überinterpretiert. 

Quecksilberbelastungen aus dem Zahnamalgam können unter Umständen
                                     Kopfschmerzen und Migräne verstärken
 

All diese Teste waren bei Herrn S. leider im Vorfeld der Sanierung nicht erfolgt. Die Sanierung geschah auch nicht unter Schutzmaßnahmen, wie sie heute bei ganzheitlich arbeitenden Zahnärzten Standard sind. Und es erfolgte anschließend auch keinerlei wie auch immer geartete Unterstützung der Ausleitung. Trotz all dieser Versäumnisse kam es im Jahr nach der Amalgamsanierung zu einer Halbierung der Kopfschmerzattacken, die dann auch etwas milder verliefen. In den kommenden zehn Jahren nahm die Kopfschmerzneigung kontinuierlich langsam weiter ab. 

Dazu beigetragen haben sicherlich auch – aus ganzheitlicher Sicht würde man sagen – ordnungstherapeutische Maßnahmen, die Herr S. in Eigenregie selbst einleitete. Er gab den Fußball auf und begann ein Ausdauertraining (Jogging), wobei er stets darauf achtete, immer im Ausdauerleistungsbereich zu bleiben und nicht an seine Leistungsgrenzen zu gehen. Erst später erfuhr er, dass ein solcher Sport tatsächlich geeignet ist, über eine Harmonisierung des vegetativen Nervensystems und das Gefäßtraining Kopfschmerz mindernd zu wirken. Anschließendes Duschen mit einer Wechseldusche am Ende ergänzte das Gefäßtraining sinnvoll. Alkohol nach dem Sport ist tabu. Mit dem Alkohol geht er insgesamt auch vorsichtiger um: Wenn er einmal eingeladen ist, trinkt er nach jedem Glas Wein ein Glas Mineralwasser, trinkt nicht verschiedene Alkoholika durcheinander (meistens jedenfalls) und sagt auch einmal Nein, wenn er meint, genug zu haben. 

Außerdem hat er selbst gemerkt, dass koffeinhaltige Getränke einen Einfluss auf seine Kopfschmerzen haben. Wenn er täglich Kaffee oder Schwarztee (oder Grüntee) trinkt, ist seine Kopfschmerzneigung insgesamt größer, obwohl bei auftretenden leichten Kopfschmerzen Koffein hilfreich und lindernd wirkt. Er hat es sich inzwischen angewöhnt, dreimal in der Woche Kaffee oder Tee zu trinken, aber nicht an mehreren Tagen hintereinander. Erst später erfuhr er, dass es einen so genannten Koffeinentzugskopfschmerz gibt und dass aus diesem Grunde koffeinhaltige Kopfschmerztabletten zwar tatsächlich besser wirken, langfristig aber eher ungünstiger zu bewerten sind. 

Er versucht inzwischen auch gelassener zu sein und sich von den alltäglichen Widrigkeiten des Lebens nicht mehr in aus der Ruhe bringen zu lassen (was ihm nicht immer, aber immer öfter gelingt). Ist er beruflich stark unter Stress oder seine Muskulatur durch Bildschirmarbeit einseitig belastet, so überprüft er durch bewusstes Hinspüren den Spannungszustand seiner Schultermuskulatur. Bemerkt Herr S. ansonsten unbewusst gebliebene Verspannungen, so steuert er aktiv dagegen. Er hat inzwischen das Progressive Muskelentspannungstraining nach Jacobson erlernt. Empfindet er seine Nackenmuskulatur als angespannt, so spannt er diese für einige Sekunden maximal an und entspannt sie dann gezielt. 

Wacht er morgens doch einmal mit leichten Kopfschmerzen auf, so verreibt er einige Tropfen Pfefferminzöl auf die schmerzenden Stellen, was fast immer zu einem Verschwinden der Kopfschmerzen führt. Sind diese doch einmal so stark, dass das Pfefferminzöl nicht ausreicht, so hilft eine ASS-Tablette rasch und zuverlässig, was früher nicht immer der Fall gewesen war. Ein Triptan hat er noch niemals genommen, weil richtige Migräne in den letzten Jahren nicht mehr aufgetreten ist. Er führt ein Schmerztagebuch und konnte für sich selbst belegen, dass zehn Jahre nach der Amalgamsanierung und unter den oben beschriebenen Maßnahmen jetzt noch etwas drei- bis viermal im Jahr (!) so starke Kopfschmerzen auftreten, dass er ein Schmerzmittel benötigt. Neulich hatte er sogar eine sechsmonatige Periode völlig ohne Kopfschmerzen, was er seit der Kindheit niemals mehr erlebt hatte. Herr S. weiß, dass er sein Leben lang eine gewisse Kopfschmerzneigung behalten wird. Er weiß aber auch, mit welchen einfachen Maßnahmen er seine Kopfschmerzen soweit in den Griff bekommen kann, dass er nicht mehr und nicht schlimmere Kopfschmerzen als jeder Durchschnittsbürger aufweist. Er hat dabei auch erfahren müssen, dass ein jahrzehntelanges Leiden nicht von heute auf morgen verschwindet, sondern dass es Geduld und Beharrlichkeit bedarf, um tief greifende und lang anhaltende Erfolge erzielen zu können. 

Versäumen Sie nicht die vollständige Serie zum Thema „Kopfschmerzen und Migräne“ und klicken Sie sich rein:

Teil 1 – Allgemeine Einführung zur Serie, Link: www.migraene-1.de 
Teil 2 – Naturheilkundliche Therapie, Link: www.migraene-1.de/naturheilkundliche-therapie/
Teil 3 – Alternative Heilmethoden, Link: www.migraene-1.de/alternative-heilmethoden/

Teil 4 – Ernährung bei Kopfschmerzen, Link: www.migraene-1.de/ernaehrung-kopfschmerzen/
Teil 5 – Entgiftung bei Kopfschmerzen, Link: www.migraene-1.de/entgiftung-kopfschmerzen/
Teil 6 – Kopfschmerzen und Psyche, Link: www.migraene-1.de/kopfschmerzen-psyche/
Teil 7
Neue Migränemedikamente, Link: www.1-medikamente.de/triptane/ 


Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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Volker Schmiedel

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Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen (z.B. der DMPS-Test: Sind Sie mit Quecksilber belastet?) können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.

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