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Naturheilkundliche Therapie ©

Teil 2 - der Serie „Kopfschmerzen und Migräne“


Versäumen Sie nicht Teil 1 der Serie –
Sie finden ihn unter: www.migraene-1.de
 

Naturheilkundliche Therapie bei Kopfschmerzen und Migräne kann Ihnen helfen, eine ansonsten vielleicht erforderliche Schmerzmedikation zumindest manchmal einzusparen. 

1.      Naturheilkundliche Therapie mit Pfefferminzöl

  Die Pfefferminze – evidenzbasierte Kopfschmerztherapie 

Die erste Maßnahme, die Sie bei leichten oder beginnenden Kopfschmerzen ergreifen können, ist das Auftragen eines oder zweier Tropfen Pfefferminzöles auf die schmerzenden Stellen, z.B. Stirn oder Schläfen. Achtung: Das Öl darf nicht in die Augen gelangen! Die angenehm kühlende Wirkung kann Kopfschmerzen beseitigen. Hierfür werden besondere lokalanästhetisch wirkende Substanzen im Öl verantwortlich gemacht – Eukalyptusöl, welches ähnlich riecht und sich auch so anfühlt, hat keine Kopfschmerz mindernde Wirkung. In wissenschaftlich kontrollierten Studien hat sich das Pfefferminzöl als genauso wirksam wie übliche Kopfschmerztabletten erwiesen – ohne mit den Nebenwirkungen behaftet zu sein. Die Anwendung von Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen oder beginnender Migräne geht also weit über tradierte Erfahrungsheilkunde hinaus, sie ist vielmehr evidenzbasierte (auf Beweise gestützte) Schulmedizin. Probieren Sie diese naturheilkundliche Therapie aus! Sie werden vielleicht nicht jeden Kopfschmerz damit kupieren können, aber oft wird es Ihnen helfen, eine ansonsten vielleicht erforderliche Schmerzmedikation zumindest manchmal einzusparen. 

2.      Naturheilkundliche Therapie mit Magnesium

Magnesium ist unser wichtigstes Anti-Krampf-Mineral 

Magnesiummangel ist in Deutschland recht weit verbreitet. Bei vielen Erkrankungen bestimme ich routinemäßig das Magnesium im Blut und finde erstaunlich häufig ein Defizit. Bei Patienten mit Kopfschmerzen und Migräne ist eine Diagnostik ohne Magnesiumbestimmung für mich unvollständig. Bei diesen Patienten finde ich fast immer einen Mangel, manchmal ist dieser sogar extrem. Haben Sie Wadenkrämpfe? Dann ist ein Mangel fast sicher anzunehmen. 

Studien mit Magnesium zeigen teilweise unterschiedliche Resultate. Es wurde in diesen Studien aber leider nicht geprüft, ob ein Mangel vorliegt oder nicht. Wenn ich ein Defizit finde, ist die Ansprechrate auf Magnesium erfahrungsgemäß höher, als wenn gar kein Mangel vorliegt. In einer Studie (Peikert A, Wilimzig C, Kohne-Volland R.: Prophylaxis of migraine with oral magnesium: results from a prospective, multi-center, placebo-controlled and double-blind randomized study. Cephalalgia. 1996 Jun;16(4):257-63.) erhielten die Patienten 600 mg Magnesium pro Tag oder ein Placebo (Scheinmedikament). In der Placebogruppe kam es innerhalb von 3 Monaten zu 15 % weniger Kopfschmerzanfällen, in der Magnesiumgruppe minderten sich die Kopfschmerzattacken jedoch um über 40 %. 

Bei akuter Migräne fand sich unter hoch dosierter Magnesiumgabe per Infusion ein Verschwinden der Schmerzen in 80-90 % der Fälle und ein Rückgang der Nebensymptome um 100 % (Demirkaya S, Vural O, Dora B, Topcuoglu MA:Efficacy of intravenous magnesium sulfate in the treatment of acute migraine attacks. Headache. 2001 Feb;41(2):171-7.). Bei einem beginnenden Migräneanfall sollte daher eine Magnesiuminfusion durchgeführt werden. Dies gelingt erfahrungsgemäß natürlich nur unter stationären Bedingungen, da es ambulant zu lange dauern würde, bis die Infusion angelegt wäre. 

Eine Vorbeugung mit Magnesium in oraler Form (Zufuhr über den Mund) ist aber jedem Kopfschmerz-/Migränepatienten angeraten. Nehmen Sie ein gut resorbierbares Präparat (z.B. Magnesiumcitrat oder –asparatat) und dosieren Sie es hoch genug. Eine Dosis unter 300 mg ist wenig wirkungsvoll. Wichtig: Achten Sie auf der Packung auf den Gehalt an reinem Magnesium, nicht auf den Gehalt der Magnesiumverbindung! Beispiel: Magnerot® CLASSIC Tabletten enthalten 500 mg Magnesium. Das klingt sehr viel. Es handelt sich jedoch um das Magnesiumorotat. Eine Tablette enthält nur 33 mg reines Magnesium. Sie müssten also 10 bis 20 davon nehmen, um in einen sinnvollen Dosisbereich zu kommen. .Wenn Sie eher eine Neigung zu dünnen Stühlen haben, sollten Sie aber mit einer geringeren Dosis (z.B. 100 mg abends) starten. In wöchentlichen Abständen können Sie dann die Dosis stufenweise steigern, bis die Stühle zu dünn werden. Dann sollten Sie eine Dosisstufe reduzieren und bei dieser Dosis mindestens drei Monate bleiben, um beurteilen zu können, ob Sie eine Reduktion der Kopfschmerzen bemerken. 

Sehr zu empfehlen ist die vorherige Untersuchung des Blutes auf Magnesium. Eine solche Untersuchung kostet nur 2,68 €! Wichtig: Nur die Vollblutanalyse ist aussagekräftig. Die Serumuntersuchung zeigt nur dann niedrige Werte an, wenn der Mangel schon sehr extrem ist, ein mäßiger Mangel wird meist verkannt. Die meisten Labore bieten leider nur die fast wertlose Serumuntersuchung auf Magnesium anbieten. Die können Sie sich sparen. 

3.      Naturheilkundliche Therapie mit Pestwurz 

 Die Pestwurz – krampflösend und bei chronischen Kopfschmerzen
                                              schmerzlindernd
 

Die Pestwurz enthält spasmolytische (krampflösende) Substanzen. Sie wirkt bei Kopfschmerzen gut, besonders wenn sie durch muskuläre Verspannungen ausgelöst werden – aber nicht nur dann. Die Pestwurz ist kein Akutmittel, sondern wirkt langfristig und vorbeugend. Es kann sein, dass man in den ersten Wochen der Einnahme überhaupt keinen Unterschied bemerkt. In einer doppelblinden, kontrollierten, randomisierten Studie konnte nachgewiesen werden, dass innerhalb von drei Monaten die Migräneanfälle um mehr als die Hälfte reduziert wurden und dass das „richtige“ Präparate dem Placebo signifikant überlegen war. 

Die Studie wurde mit dem Arzneimittel Petadolex® durchgeführt. Dieses sollte in einer Dosierung von 2x2 Kapseln (in schweren Fällen oder auch im ersten Monat eventuell 3x2) genommen werden. Nach drei Monaten können Sie den Therapieerfolg überprüfen. Wenn es Ihnen deutlich geholfen hat, dann können Sie es in der Erhaltungsdosis weiter nehmen. 

4.      Naturheilkundliche Therapie mit Homöopathie 

 Samuel Hahnemann – der Urvater der Homöopathie 

Bei der Homöopathie müssen die Symptome des Arzneimittelbildes mit den Krankheitssymptomen möglichst gut übereinstimmen. Wird das genau passende Mittel gefunden, was nicht immer einfach ist, sind gute Erfolge bei Kopfschmerzen/Migräne möglich. Oft findet erst der erfahrene Homöopath erst das richtige Mittel – manchmal nach vielen vergeblichen Versuchen. 

Bewährte Mittel, die gut passen können, sind: Arsenicum album, Belladonna, Calcium phosphoricum, Cimicifuga, Coffea, Cyclamen, Gelsemium, Glonoinum, Ignatia, Iris versicolor, Natrium muriaticum, Nux vomica, Pulsatilla, Sepia, Spigelia – um nur einige wenige zu nennen. 

Aus dieser Auswahl wird schon deutlich, wie schwierig es sein kann, das richtige Mittel zu finden. Manchmal kommt man schneller und einfacher mit einem passenden homöopathischen Komplexmittel zum Erfolg. Bewährte Mittel sind: 

 Ø   Spigelon (auch als Spritze für eine Infusion oder Injektion in Akupunkturpunkte)
 Ø   Gelsemium-Homaccord (auch als Spritze für eine Infusion oder Injektion in Akupunkturpunkte)
 Ø   Hevert-Migräne (auch als Spritze für eine Infusion oder Injektion in Akupunkturpunkte)
 Ø   Antimigren (Tabl. oder Tr.) 

5.      Naturheilkundliche Therapie bei Entzündungen

 Lein enthält die wertvolle Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure 

Kopfschmerzen und Migräne sind nicht nur eine Störung der Spannung in unseren Blutgefäßen, sondern es sind auch fast immer Entzündungsprozesse in den Gefäßen beteiligt. Viele Kopfschmerzmittel wirken ja nicht nur analgetisch (Schmerz hemmend), sondern auch antiphlogistisch (entzündungshemmend). Wahrscheinlich wirken Sie auch deshalb bei Kopfschmerzen. 

Mit unserer Nahrung haben wir es in der Hand, ob wir Entzündungen in unserem Körper fördern oder mindern. Hier sind insbesondere die Fette von entscheidender Bedeutung. Omega-6-Fettsäuren sind die Vorstufen von Prostaglandinen (bestimmten Botenstoffen), die Entzündungen anheizen. Omega-3-Fettsäuren bewirken genau das Gegenteil – deshalb kennen Eskimos auch kein Rheuma

Ganz vereinfacht kann man sagen:

Ø      Meiden Sie Fleisch, Wurst, fette Milchprodukte, Sonnenblumenöl, Distelöl

Ø      Bevorzugen Sie fette Seefische, Leinöl, Rapsöl. 

Damit können Sie Ihr Entzündungsgleichgewicht in Richtung auf weniger Entzündung verändern. Dies könnte sich langfristig (bitte denken Sie wieder an eine Zeit von drei Monaten, bis der Körper sich auf eine neue Zusammensetzung der Fettsäuren eingestellt hat) auch als günstig für die Migräne erweisen. Weitere und viel ausführlichere Informationen hierzu finden Sie unter www.ganzheits-medizin.de/fettsaeuren/. 

Übrigens können Sie die Fettsäurezusammensetzung in Ihrem Blut seit Kurzem auch messen lassen. Eine exakte Analyse der Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren gibt Aufschluss über das Maß der Entzündungsneigung in Ihrem Körper. 

Labor – welche Untersuchungen sind wichtig? 

Hier noch einmal zusammengefasst einige wichtige Laboruntersuchungen, die üblicherweise aber nicht bei Kopfschmerzen/Migräne durchgeführt werden, weil sie nicht zum schulmedizinischen Standard bei dieser Erkrankung gehören: 

Ø      Magnesium im Vollblut: Gibt es ein Magnesiumdefizit, welches für ein vegetatives
       Ungleichgewicht und die Kopfschmerzneigung mit verantwortlich ist?
Ø      Fettsäurestatus: Haben Sie genügend Omega-3-Fettsäuren, die vor Entzündung schützen?
Ø      DMPS-Test: Sind Sie mit Quecksilber belastet?
Ø      Evtl. Allergieteste bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten 

Alle erwähnten Laboruntersuchungen und Therapieverfahren werden in der Habichtswaldklinik (stationär oder ambulant) durchgeführt. 

Und hier geht es weiter:

3. Teil – Alternative Heilmethoden, Link: www.migraene-1.de/alternative-heilmethoden/
4. Teil – Ernährung bei Kopfschmerzen, Link: www.migraene-1.de/ernaehrung-kopfschmerzen/
5. Teil – Entgiftung bei Kopfschmerzen, Link: www.migraene-1.de/entgiftung-kopfschmerzen/
6. Teil – Kopfschmerzen und Psyche, Link: www.migraene-1.de/kopfschmerzen-psyche/
7. TeilNeue Migränemedikamente, Link: www.1-medikamente.de/triptane/ 
und last but not least: ein Fallbeispiel „Kopfschmerzen – ganzheitlich geheilt“ finden Sie unter: www.migraene-1.de/kopfschmerzen/

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

Weitere Medizinische Informationen und Links für Patienten und Interessierte - von Abnehmen bis Zöliakie -  finden Sie hier.

 

Natürlich gesund

ISBN: 9783830422211
EUR [D] 24,95 / EUR [A] 25,70
CHF 42,40 (CH/UVP)

 

Volker Schmiedel

Natürlich gesund

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2009
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